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Fotografie in der Psychiatrie um 1920–1930

Vortrag

Typisieren, Fetischisieren, Normalisieren, Pathologisieren.
Mit Katrin Luchsinger

In der Schweiz hielt die Fotografie im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts Einzug in die Psychiatrie,oft fotografierten Psychiater und Psychiaterinnen selbst. Die Aufnahmen kamen in Lehrbüchern, Fachartikeln und Vorträgen (als Diapositive) zum Einsatz. 1930 wandten sich 12 Kliniken mit fotografisch reich illustrierten Borschüren an die breite Öffentlichkeit. An der HYSPA, der«Landesausstellung für Hygiene und Sport», bespielte die Psychiatrie unter dem Label «Psychohygiene» einen Saal. 26 psychiatrischen Anstalten stellten sich mit Fotos zu Architektur, Behandlung, Freizeitangeboten und - mit Diagnosen versehenen - Patientenportraits vor. Vor diesem Hintergrund untersuche ich zwei undatierte Aufnahmen aus der Klinik Waldau. Die eine zeigt eine so genannte «Abteilung für unruhige Frauen», die andere einen Patienten an der Tür zu seiner Isolierzelle. Welche psychiatrischen Konzepte lassen sich aus diesen Aufnahmen ablesen? Welche Konzepte des Primitivismus übernahm in der Psychiatrie? Was erfahren wir über den Handlungsspielraum von Patientinnen, welche gesellschaftlichen Sanktionen drohen ihnen hinter den «gezähmt», ja didaktisch wirkenden Aufnahmen? Und schliesslich: wie weit kann eine Interpretation gehen?

Datum: 3.7.2026 um 17:30 Uhr
Kosten: 5€


Credits: Credits: Hand mit Ringen (Hand with Rings): a print of one of the first X-rays by Wilhelm Röntgen (1845–1923) of the left hand of his wife Anna Bertha Ludwig. It was presented to Professor Ludwig Zehnder of the Physik Institut, University of Freiburg, on 1. Januar 1896.


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